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Sommersuppe – ofengeröstete Tomaten

tomatensuppe

Wenn der Sommer ein bisschen auf Herbst macht, darf es zum Abendessen durchaus auch mal eine Suppe sein. Der größte Suppenkasper bin ich ehrlichgesagt nicht. Gelegentlich mag ich ein Süppchen aber trotzdem gern. Vor allem dann, wenn das Wetter grauselig ist. Und gestern war es zumindest mittelschlecht… Windig und ein bisschen frisch. Nix los ohne Jacke und das Mitten im Juni. Eine Tomatensuppe sollte es werden. Die Tomaten schmecken mittlweile ja schon recht annehmbar. Und ganz nebenbei sind Tomaten gerade ein recht wichtiges Thema im Hause Minzzucker. Der Grund: Im unserem ersten Jahr mit Garten, wollte ich unbedingt Gemüse anpflanzen. Im März habe ich deswegen Tomatensamen eingepflanzt. Viele Tomatensamen. Konnte ja keiner ahnen, dass quasi alle Samen aufgehen und Tomatenpflanzen werden. Am Ende hatten wir rund 70 Tomatenpflanzen. Die meisten wunderschön und im Haus ganz schön gewachsen. Die Hälfte haben wir verschenkt, die andere Hälfte steht nun in Töpfen an der Stelle, wo einmal unsere Terrasse sein soll. Mittlerweile haben die meisten angesetzt und wir laufen mehrmals am Tag ums Haus zu unseren Pflanzen, um nachzuschauen, ob sich was Neues getan hat. Wir wissen nämlich nicht, was da so wächst. Neben Ochsenherztomaten habe ich eine Mischung aus verschiedenen alten Tomatensorten gekauft. In verschiedenen Farben. Wir sind also höchstgespannt, was da so wachsen wird und wissen vor allem nicht, wann die Tomaten reif sind, weil wir ja nicht wissen, welche Sorte in welchem Topf wächst. Drei große grüne Exemplare hängen schon zwischen unzähligen Blüten und mehreren Minitomätchen. In Vorfreude auf eine mögliche größere Tomatenernte gab es also gestern Tomatensuppe. Angelehnt ist das Rezept an eine unserer liebsten Nudelsoßen. Für die werden Tomaten stundenlang im Ofen geröstet. Kann auch der Suppe nicht schaden, dachte ich. Und das Ergebnis war dann auch wirklich köstlich.

Tomate

Ihr braucht für 3 Personen

1,5 kg Tomaten

1 Schalotte

3 Knoblauchzehen

1 TL brauner Zucker

Salz

Pfeffer

4 EL Olivenöl

geräuchertes Paprikapulver

Wasser

evtl. Schmand und Brot zum Servieren

Und so geht`s:

  1. Backofen auf 210 °C vorheizen.
  2. Tomaten und Schalotten in grobe Stücke schneiden und Knoblauch schälen.
  3. Alles mit Öl, Salz, Pfeffer und Zucker auf ein Backblech geben und mit den Händen vermischen.
  4. Im Ofen ca. 1 Stunde rösten lassen.
  5. Tomaten in einen Topf geben. Blech mit Wasser ausspülen und die Flüssigkeit ebenfalls in den Topf geben.
  6. Alles pürieren und mit so viel Wasser auffüllen, bis die Suppe Eure Lieblingskonsistenz hat.
  7. Mit Salz, Pfeffer und geräuchertem Paprikapulver abschmecken.
  8. Nochmal aufkochen lassen und evtl. mit einem Klecks Schmand und etwas Brot servieren.

rösttomatensuppe

Wir haben zum Aufgießen tatsächlich nur Wasser genommen. Eigentlich war ich davon ausgegangen, Gemüsebrühe zur Suppe zu geben. Das wäre aber wirklich völlig überflüssig gewesen. Die Suppe war herrlich tomatig, leicht süßlich, gar nicht bitter und hatte eine angenehme Röstaromennote. Ein tolles Gericht das abgesehen von der Röstzeit im Backofen wirklich im Handumdrehen gezaubert ist. Nachmachen dringend empfohlen!

Leckere Sommersuppen wünscht Euch,
Dani


Spätsommerliche Maultaschensuppe oder wie viel Fertigprodukt ist ok?

gemüsebrühe

Fertigprodukte sind ja so eine Sache. Eigentlich versuchen wir weitgehend darauf zu verzichten. Dennoch gibt es auch bei uns immer wieder Gnocchi oder Tortellini aus dem Kühlregal und auch Pesto im Glas landet durchaus mal in unserem Einkaufskorb. Ganz zu Schweigen von der gekörnten Gemüsebrühe im Küchenschrank. Trotzdem gilt im Hause Minzzucker: Lebensmittel sollen selbst und frisch verarbeitet werden. Kochen bedeutet für uns nicht eine Packung aufzureißen und Backofen oder Mikrowelle anzuwerfen, um Fertigprodukte aufzuwärmen. Ende letzter Woche gab es bei uns eine tomatige Gemüsebrühe, selbst gekocht – mit Ricotta-Maulstaschen. Beides „homemade“ sozusagen und dennoch waren zwei Fertigprodukte beteiligt: Fertiger Nudelteig aus dem Kühlregal und ein tolles Zwiebelconfit aus dem Bioladen. Wir hadern da manchmal schon ein bisschen mit uns, aber der Alltag lässt eben nicht mehr zu. Klar, wer einen Foodblog betreibt, hat da vielleicht auch einen kleinen Knall…

Der Grund für diese Einleitung ist aber eigentlich ein ganz anderer, als unser eigener Umgang mit Fertiggerichten: Vor wenigen Wochen haben wir uns in einem sehr schönen Wellnesshotel zwei Nächte Auszeit von unserem Hausbau gegönnt. Ein grandioses Abendmenü inbegriffen mit einem Koch, der in der Vergangenheit, in einem anderen Restaurant, mehrmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Das ganze war – bedingt durch das Haus – völlig über unserem Budget und trotzdem hat es uns gut getan. Vor allem das Essen war toll. Und angesichts der Baustellen-Verpflegung, die in den letzten Wochen wirklich grenzwertig war, haben wir Wert darauf gelegt zwei Abende richtig gut und auch qualitativ hochwertig zu Essen. An einem Abend bekam ich als vegetarischen Hauptgang Trüffelgnocchi. Die waren unfassbar lecker. Ich habe jedes Stückchen genossen und jetzt wochenlang von der tollen Küche dieses Hotels geschwärmt, von diesem begnadeten Koch und eben von den wirklich besten Gnochi, die ich je gegessen habe. Bis gestern. Denn da habe ich auf einer Hochzeit in einem 5-Sterne-Hotel genau die gleichen Gnocchi serviert bekommen. Die gleiche Form, die gleiche Größe, die gleiche Füllung und der genau gleiche wunderbare Geschmack. Klar, es war toll diese herrlichen Teilchen wieder zu essen. Aber es war nun einmal das genau gleiche Produkt. Nachdem ich gestern die Menükarte gelesen hatte, war ich total gespannt, wie die Gnocchi hier umgesetzt werden. Wo die Unterschiede liegen, welche besser schmecken. Für mich gibt es keine andere Erklärung, als dass hier in beiden Hotels ein Fertigprodukt auf dem Teller gelandet ist. Und ehrlich, da fühle ich mich irgendwie verarscht. Wo bleibt die Kunst eines Kochs, wenn sie sich auf gutes Einkaufen beschränkt? Richtiges Gnocchi-Kochen ist nun wirklich nicht gerade eine Herausforderung. Wo ist der Unterschied zwischen einem hochpreisigen Gourmettempel und der kleinen, günstigen Wirtschaft nebenan, wenn beide nur qualitativ unterschiedliche Fertigprodukte einkaufen und erwärmen? Ehrlichgesagt wurden mir meine tollen Trüffelgnocchi ordentlich vermiest. Vielleicht bin ich aber einfach auch nur ein bisschen sehr blauäugig.

Deshalb – falls Ihr bis hierher durchgehalten habt – hier mein Rezept für eine herrlich gemüsige, spätsommerliche Suppe mit ganz vielen Tomaten, leckeren Maultaschen und einem kleinen bisschen Fertigprodukt.

ricottamaultaschen

Zutaten für 3 Suppenkasper:

750 g sehr reife und aromatische Tomaten

1 EL Tomatenmark

3 Stangen Sellerie

4 Frühlingszwiebeln

2 Schalotten

1 rote Paprikaschote

2 Karotten

2 Liter Wasser

4 Lorbeerblätter

Salz

Pfeffer

2 EL Olivenöl

Und so geht`s:

  1. Alle Gemüsesorten in grobe Stücke schneiden.
  2. Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Schalotten darin anbraten.
  3. Das restliche Gemüse und das Tomatenmark dazu geben und kurz mitbraten.
  4. Wasser und Lorbeerblätter dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Suppe ca. 1,5 Stunden köcheln lassen.
  6. Durch ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und das Gemüse ausdrücken.
  7. Die Brühe ca. 20 Minuten bei geöffnetem Topf einkochen lassen und nochmal abschmecken.

Mit Maultaschen schmeckt es noch besser!

Ihr braucht:

200 g Nudelteig

1 Becher Ricotta

3 EL geriebener Peccorino

1 EL gemischte gehackte Kräuter (unser Balkon hatte Minze, Thymian und Basilikum in Angebot)

1 Ei

Salz

Pfeffer

Und so geht`s:

  1. Den Nudelteig aufrollen und einen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen.
  2. Ricotta, Pecorino, Kräuter und Ei mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Aus dem Nudelteig Rechtecke schneiden.
  4. Je einen Esslöffel Füllung auf jedes Rechteck geben und zusammenklappen.
  5. Mit einer Gabel auf beiden Seiten die Ränder zusammendrücken.
  6. Im Salzwasser ca. 10 Minuten leicht kochen lassen.
  7. In die Suppe geben.

tomatensuppe

Wir hatten noch dieses Zwiebelconfit im Kühlschrank und das hat wirklich ganz hervorragend dazu gepasst. Ein herrliches Gericht war das. Bodenständig, mit Fettaugen vom Olivenöl auf der Suppe, mit unterschiedlich großen Maultaschen und zufriedenstellend, weil beim Herbstregen wärmend.

Wer braucht da schon Trüffelgnocchi?

Wie haltet Ihr es eigentlich mit Fertiggerichten?

Und was haltet Ihr von deren Einsatz in der Gastronomie?

Selbstgemachtes Suppenvergnügen wünscht Euch,

Dani