Archiv der Kategorie: Schneckig

Schnell und lecker: Pizzaschnecken

schneckenpizza

Hui, lange nichts passiert hier! Das hat mehrere Gründe: Ich lag mit einer echt grausligen Mischung aus Grippe und Magen-Darm-Grippe flach, habe spontan ein neues Auto suchen und kaufen müssen und vor allem habe ich ein paar XXL-Arbeitswochen samt Wochenenden eingelegt. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht an (zumindest irgendeinem) Herd gestanden bin. Im Gegenteil: Ich bin unter die Pizzaschnecken-Großproduzentinnen gegangen. Warum? Wenn über 30 Kinder und Jugendliche möglicht lecker und schnell satt werden sollen oder es ein Fingerfood-Mittagessen zum Mitnehmen braucht, sind die Schnecken ideal. Ganz ehrlich: Angesichts der benötigten Anzahl an Schnecken habe ich auf fertigen Pizzateig samt Tomatensoße aus dem Glas zurückgegriffen. Ist beides selbstgemacht schmeckt es natürlich ganz sicher noch vieeeeel besser. Aber sämtliche Kinder waren auch mit der Variante aus Fertigteig zufrieden.

kürbisschnecken

Natürlich könnt Ihr die Schnecken ganz nach Eurem persönlichen Geschmack füllen. Es schmeckt, was auf Pizza eben auch schmeckt. Ich mache am liebsten die Basisvariante (also Tomatensoße und Käse), wenn viele Mäuler zu stopfen sind. Sonst sind sicher zu wenige mit Schinken und zu viele mit Pilzen da…

Zutaten für 3-4 Personen:

1 Pck. Pizzateig mit Tomatensoße

100 g Emmentaler oder Bergkäse

Und so geht´s:

  1. Den Backofen auf 200°C vorheizen.
  2. Den Pizzateig entrollen und dünn mit Tomatensoße bestreichen.
  3. Den Käse reiben und darüber streuen.
  4. Den Teig von der langen Seite her eng aufrollen und in ca. 1 cm dicken Scheiben schneiden.
  5. Schnecken auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.
  6. Ca. 20 Minuten goldgelb backen.
  7. Die Schnecken direkt aus dem Ofen essen oder auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

pizzaschnecken

Die Schnecken schmecken warm am besten. Aber auch kalt sind sie durchaus noch lecker und sogar am nächsten Tag schmecken sie noch richtig gut. Wer nicht nur einen Haufen Kinder satt bekommen will, kann natürlich mit der Füllung tolle Kombinationen ausprobieren: Ich stehe besonders auf Kürbispüree, Thymian und Bergkäse.

Viel Spaß beim Schneckenrollen wünscht Euch,

Dani

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Schneckentempo – die weltbesten Kirschschnecken

Gebäckschnecken müssen langsam und genussvoll verzehrt werden. Schicht für Schicht wird die Schnecke von außen nach innen aufgerollt. Ist ein Stück im Bauch, dürfen die nächsten Zentimeter langsam und voller Vorfreude abgerollt werden. Irgendwann ist dann der Höhepunkt jedes Schneckenverzehrs erreicht: die saftige, fluffige und allerleckerste Mitte. Deshalb mag ich Schnecken am liebsten, die nicht einzeln, sondern als ganzer Schneckenkuchen gebacken werden. Das fühlt sich dann fast ein bisschen an, wie eine einzige XXL-Schneckenmitte. Beim Blick in die neue „Lecker Bakery“ konnte ich den gefüllten Scones-Schnecken deshalb nicht lange wiederstehen.

Marzipan, Kirschen und Vanille – eine absolut oberleckere Kombination. Und welch Glück, dass ein Glas selbstgemachter Sauerkirschkonfitüre im Vorratsschrank darauf wartete geöffnet zu werden. Die Schwiegeroma hat in ihrem Garten einen unglaublichen uralten Sauerkirschbaum. Der ist nicht nur schön anzusehen, sondern trägt jedes Jahr viele herrlich rote Früchte. An einem schönen Sonntagmorgen diesen Sommer bin ich deshalb tatsächlich schon um 9.00 Uhr zu diesem Baum gefahren, um einige Schüsselchen wirklich saurer Kirschen zu pflücken. 12 Kilo waren es am Ende und der Baum sah noch immer aus, als hätte niemand auch nur ein einziges Kirschlein genascht. Einen Teil der Ernte brachte ich zu meinen Eltern. Da war auch die Oma, die beim Anblick der vielen Früchte strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Sofort fuhr sie nochmal nach Hause, um ihre Schürze und leere Gläser zu holen. Am Ende blieb ich den ganzen Tag und Mama, Papa, Oma und ich saßen im Garten und entsteinten alle Kirschen, um sie danach zu Konfitüren, Chutney und so weiter zu verarbeiten. Ein anstrengender, aber auch wirklich schöner Sommersonntag. Zum Nachmittagskaffe gab es für alle Quark mit frischen Amarenakirschen und am Abend eine stattliche Anzahl Konfitürengläser. Mit den Scones-Schnecken hat ein Glas davon ein wirklich würdiges Ende gefunden.

Und hier ist das Rezept für ein tiefes Backblech:

800 g Mehl (plus Mehl zum Ausrollen)

100 g + 4 EL Zucker

1 1/2 Päckchen Backpulver

1 TL Salz

350 g kalte + 50 g Butter

2 Eier (Gr. M)

250 ml Buttermilch

2 Päckchen Vanillezucker

1 Glas (720 ml) Kirsch

1 Päckchen Vanillepuddingpulver (für 1/2 l Milch zum Kochen)

200 g Kirschkonfitüre

200 g Marzipanrohmasse

Puderzucker zum Bestäuben

Und los geht`s:

  1. Mehl, 100 g Zucker, Backpulver, Salz und 350 g Butter in einer Schüssel mit den Händen feinkrümelig vermischen. In einer anderen Schüssel Eier mit Buttermilch und Vanillezucker verrühren. Zur Mehl-Butter-Mischung geben und mit den Knethaken des Rührgeräts ca. 5 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Zugedeckt ca. 15 Minuten kühl stellen.
  2. Für die Füllung Kirschen abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen. 6 EL Saft mit Puddingpulver verrühren. Rest Saft und 4 EL Zucker aufkochen. Das angerührte Puddingpulver einrühren und unter Rühren ca. 1 Minuten köcheln. Kirschen und Konfitüre untermischen und etwas abkühlen lassen.
  3. Backofen vorheizen (E-Herd 200°C/Umluft: 175 °C).
  4. Ein tiefes Backblech (ca. 32 x 39 cm) mit Backpapier auslegen. Teig kurz durchkneten. Auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 45 x 70 cm) ausrollen. Kompott darauf verteilen, dabei einen Rand (ca. 1 cm) frei lassen. Marzipan mit einer Küchenreibe in dünne Scheiben hobeln und darauf verteilen. Den Teig von der Längsseite her aufrollen, in ca. 16 Scheiben schneiden. Mit etwas Abstand auf das Blech legen. Im OFen ca. 30 Minuten backen.
  5. 50 g Butter schmelzen. Die Schnecken mit Butter bepinseln und weitere 10 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Natürlich musste ich sofort eine glühend heiße Schnecke vom Blech klauen und war im ersten Moment vom Geschmack ein wenig enttäuscht. Die Belohnung für meine Gier war, dass ich mir natürlich den Mund mit der heißen Kirschenfüllung ordentlich verbrannt habe. Trotz dicker Blase am Gaumen habe ich später nochmal eine kalte Kirschschnecke probiert. Das Warten auf die abgekühlten Kirschschnecken lohnt sich unbedingt!

Zarter und gleichzeitig saftiger Teig geht eine wahnsinnig leckere Verbindung mit dem Marzipan ein, das irgendwie zwischen Füllung und Teig schmilzt und allem einen einzigartigen mandeligen Geschmack gibt. In Verbindung mit der süßen und gleichzeitig leicht sauren, vanilligen Kirschfüllung ein so hoher Genuss, dass seit gestern 5 (in Worten fünf!!!) Schnecken in meinen Bauch gewandert sind. Übrigens schmecken die Scones-Schnecken auch an Tag zwei richtig toll.

Nachbacken dringend empfohlen!

Genuss im Schneckentempo wünscht Euch,

Dani