Für Eilige: Pseudo-Crème-brulée

Dieser Moment, in dem die Zuckerkruste zum ersten Mal mit dem Löffel geknackt wird ist einfach herrlich. Diese Spannung, ob es wohl ordentlich knackt und diese Vorfreude auf die kühle Crème mit der herrlichen Karamellschicht machen dieses Dessert zu etwas wirklich besonderem. Ich jedenfalls stehe auf Crème brulée und zwar so richtig. Trotzdem habe ich noch nie selbst eine gemacht. Der Grund? Ein Backofen ohne Grillfunktion und ein nicht vorhandener Brenner. Ja, den Brenner könnte man sich einfach mal schnell kaufen. Aber ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich ein „Rumschleichtyp“ bin und deshalb gern Stunden, Monate und manchmal sogar Jahre Dinge bewundere, bestaune und mir sehr, sehr wünsche – ohne sie mir zu kaufen.

Letzte Woche bekam ich dann völlig unverhofft einen Brenner geschenkt. Natürlich wollte ich ihn natürlich SOFORT ausprobieren. Leider waren die Geschäfte aber bereits geschlossen, im Kühlschrank war eigentlich nichts mehr vorhanden und ich beschloss am nächsten Tag eine Crème brulée zu machen. Voller Vorfreude überlegte ich am nächsten Morgen, welches Rezept ich ausprobieren sollte und ob ich die Crème aromatisieren soll, oder nicht. Dann war es so weit: Mit einem Einkaufszettel bewaffnet machte ich mich auf den Weg in den Supermarkt. Ich hatte mich übrigens für eine ganz pure Variante des Desserts entschieden. Den Einkaufskorb über dem Arm baumelnd schlenderte ich zum Auto und füllte in Gedanken schon kleine Förmchen mit der herrlichen Crème. Während ich mich anschnallte bestreute ich die Förmchen mit Zucker und dann kam der Moment in dem Der Brenner zum Einsatz kam und ich mein liebes Auto anwerfen wollte. Schlüssel ins Zündschloss, drehen, nichts passiert. Genau das passiert in letzter Zeit ständig. Laune im Keller – klar. Das Ende vom Lied: Batterie völlig im Eimer, eine neue kaufen ist nicht, weil sie erst bestellt werden muss und angesichts der Uhrzeit kann ich die Crème brulée auch vergessen. War ich sauer! Nicht nur, dass ich schon wieder Geld ins Auto stecken musste, ich wollte meinen Brenner ausprobieren und zwar an diesem Tag. Schließlich bin ich um fünf vor acht noch schnell in den Supermarkt meines Vertrauens geflitzt, um eine superschnelle Variante des Dessertklassikers zu zaubern. Ohne kochen, kühlen, backen, rumstehen, ziehen oder sonstwas. Klar, an eine liebevoll und mit viel Zeit zubereitete Crème kommt die Pseudocrème nicht ran, aber für den spontanen Süßhunger oder als schneller Nachtisch bei wenig Zeit ist sie echt zu empfehlen.

Zutaten für 4 größere Portionen:

500 g Mascarpone

5 EL griechischer Joghurt (10 %)

ca. 4 EL Puderzucker

Schale von 1/2 – 1 Biozitrone

Mark von 1 Vanilleschote

Zucker zum Karamellisieren

Und so geht`s:

  1. Mascarpone und Joghurt gut miteinander verrühren.
  2. Puderzucker unterrühren, bis er sich aufgelöst hat. Sollte die Masse zu dick sein, einfach mit wenig Milche strecken.
  3. Zitronenschale und Vanille in die Masse rühren und abschmecken. Wer es süßer mag, einfach mehr Zucker dazu geben.
  4. Falls der Nachtisch nicht sofort gegessen wird, kalt stellen.
  5. Unmittelbar vor dem Servieren mit ca. 1 TL Zucker je Portion bestreuen (kommt darauf an, welchen Durchmesser die Formen haben).
  6. Zucker mit dem Brenner karamellisieren.
  7. Am Tisch unbedingt schweigend mit dem Löffel auf die Karamellschicht klopfen und das Krachen beim Zerbrechen des Zuckers genüsslich anhören!

Ehrlichgesagt, ein köstliches Dessert! Es hat vielleicht bis auf die Kombi Milchprodukt, Vanille, karamellisierter Zucker nicht sooooo viel mit Crème brulée zu tun, aber eigentlich schaut es fast genauso aus und schmeckt herrlich erfrischend. Und vermutlich ist das die schnellste Pseudo-Crème-brulée der Welt – ideal für spontanen Besuch und spontanen Hunger.

Krachende Karamellschichten wünscht Euch,

Dani

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